• Salmonella enterica
  • Shigella spp.
  • Campylobacter jejuni
  • Vibrio cholerae
  • Yersinia enterocolica
  • E.coli:
  • Rotaviren
    • ETEC
  • andere Viren:
    • EHEC
    • Caliciviren
    • EPEC
    • Adenoviren
    • EIEC

Erreger von Diarrhoen werden oral aufgenommen. Sie sind meist in kontaminiertem Trinkwasser oder auf kontaminierten Speisen zu finden.
Es gibt eine Vielzahl infektiöser Ursachen für eine Diarrhoe (daneben noch viele nicht infektiöse). Insgesamt am häufigsten sind sicher Viren anzuschuldigen, wobei diese Infektionen beim Erwachsenen üblicherweise selbst limitiert verlaufen. Bei jungen Kindern spielt jedoch das Rotavirus eine bedeutende Rolle, da die Diarrhoen zu schwerem Wasserverlust führen können. In den Entwicklungsländern ist die Erkrankung eine wichtige Ursache von Kindersterblichkeit.
Besser bekannt sind natürlich die bakteriellen Durchfallserreger. Dies liegt daran, dass sie häufiger in kleinen Epidemien auftreten. Wenn Personen einer größeren Gesellschaft betroffen sind oder es sich um Gäste eines Lokals oder einer Kantine handelt, ist eine Verbreitung in der Presse auch sicher.


    Salmonellen

  • Komplizierte Taxonomie, für den Menschen
    praktisch nur S.enterica bedeutsam
  • S.enterica: Einteilung nach Serotypen
    • S.enterica var. Enteritidis
  • Klinisch-Mikrobiologisch:
    • Salmonella Enteritidis




Die Serovare von Salmonellen werden wesentlich anhand der Struktur der O-Seitenketten des LPS eingeteilt. Dazu verwendet man Antiseren, die für bestimmte Seitenketten spezifisch sind.





Eine Differenzierung der O-Seitenketten allein reicht nicht aus, um alle Variationen der Salmonellen zu erfassen. Hierzu werden die Flagellen der Bakterien herangezogen, welche man als H-Antigene bezeichnet. Diese unterliegen einer Phasenvariation, d.h. ein Salmonellenstamm kann üblicherweise zwei verschiedene Flagellen produzieren.
Die Umschaltung zwischen den Phasen erfolgt auf DNS-Ebene. In der sog. H2-Phase wird das Gen für diesen Flagellentyp abgelesen und das entsprechende Protein produziert. Auf der gleichen mRNS ist aber ein weiteres Protein kodiert, ein Repressor für das H1-Gen, welcher die Bildung dieser mRNS unterdrückt. Umgeschaltet wird dadurch, dass der vor dem H2-Gen liegende Promoter seine Richtung ändern kann, weswegen es eine Position gibt, in der das Gen nicht transkribiert werden kann. Da dann auch der Repressor nicht produziert wird, wird das H1-Gen abgelesen und das entsprechende Flagellum produziert.


    Salmonellen - Zwei Verlaufsformen

Enteritisch Septisch-Typhös
  • S.enteritidis
  • S.typhi
  • S.typhimurium
  • S.parathyphi
    Insbesondere bei HIV- Patienten
    auch systemische Verläufe möglich
Es müssen die häufigere enteritische Verlaufsform und die systemische, zyklische Allgemeininfektion unterschieden werden. Bei den enteritischen Formen bleibt der Erreger normalerweise auf den Darm beschränkt, entsprechend steht die Diarrhoe als Symptom im Verdergrund. Bei der systemischen Verlaufsform wird der Erreger zwar auch oral aufgenommen und vermehrt sich im Darm, verläßt diesen aber alsbald und ver,ehrt sich systemisch. Deshalb benötigt man zur Diagnostik einer Salmonellendiarrhoe Stuhl, für die systemische Infektion Blut für eine Blutkultur.



    Epidemiologie der Salmonellen

  • Reservoir:
    • typhöse Formen: Mensch
    • Enteritische Formen: Mensch und Tier
  • Übertragung: Fäkal-oral


    Pathogenese des Typhus

  • Orale Aufnahme (106-109 Bakterien)
  • Vermehrung im Dünndarm
  • Anheftung an Rezeptoren insbesondere der M-Zellen
  • Induzierte Phagozytose
  • Blutbahn, Vermehrung im RES
  • Durchtreten durch M-Zellen



    Typhus - Klinik

  • Inkubationszeit: 10-14 Tage
  • Kopfschmerzen, Fieber (38-40°C)
  • in der Zweiten Woche Continua
  • relative Bradykardie, Roseolen, im allgemeinen keine Leukozytose
  • In der dritten Woche Entfieberung



    Typhus - Komplikationen

  • Myokarditis, Leberschäden
  • Blutungen und Darmperforationen
  • Mortalität:
    • unbehandelt: 15-20 %
    • mit Therapie: weniger als 1 %



    Typhus - Diagnose und Therapie

  • Blutkulturen
  • Chinolone
  • später Stuhlkulturen
  • Co-Trimoxazol
  • evt. Urin
  • Ceftriaxon
  • Chloramphenicol



    Typhus - Nachsorge und Prophylaxe

  • Dauerausscheider:
    • Stuhlkulturen
  • Typhusimpfstoff
    • oral
    • parenteral



    Salmonellen - Enteritis

  • Kontaminierte Lebensmittel
    • Geflügel und Eier
    • Fleisch
  • Inkubationszeit: 6-48 Stunden



    Salmonellen - Enteritis-Symptomatik

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopf und Muskelschmerzen
  • heftige Durchfälle, nicht blutig
  • Fieber: 38-39°C
  • Dauer:
    • Fieber weniger als 2 Tage
    • Diarrhoe weniger als 7 Tage



    Salmonellen - Enteritis-Therapie

  • symptomatisch
  • Antibiotika nur in schweren Fällen:
    • ältere Patienten
    • HIV Patienten
    • generalisiertem Krankheitsbild
    • positiven Blutkulturen



    Die bakterielle Ruhr

  • Shigella
    • dysenteriae
    • flexneri
    • sonnei
    • boydii
  • enterohämhorrhagische E.coli(EHEC)



    Shigellen - Pathogenese

  • Invasion
  • intraepitheliale Ausbreitung
  • Zerstörung der Epithelzellen
  • Shigatoxin (Zytotoxin)



    Shigellose - Klinik

  • Inkubationszeit ein bis zwei Tage
  • Fieber bis 41°C
  • häufige Stuhlentleerungen (10 bis 30 mal am Tag)
  • Komplikationen:
    • hämolytisch-urämisches Syndrom
    • Colonperforation



    Shigellose - Therapie

  • Antibiotikatherapie indiziert!
  • Ampicillin, Cotrimoxazol, Chinolone
  • Prophylaxe
    • Hygiene
    • keine Impfung



    Diagnose von Diarrhoe

  • Stuhlkulturen:
    • Salmonellosen: relativ unkritisch
    • Shigellosen: Transportmedien oder rascher Transport
  • Serologie:
    • nicht hilfreich!


Seitenanfang Index 07.06.2000 R.Geue